Mittwoch, 1. März 2017

Der Verkehr bisher

Woche Zwei in Vietnam und die erste Woche auf dem eigenen Roller ist schon rum. Die Zeit vergeht schnell und die Lernkurve geht steil nach oben. Situationen im Strassenverkehr die mich am ersten Tag viele Nerven gekostet haben sind jetzt schon alltäglicher. Beispielsweise diese wunderschöne Passage auf dem Weg zum Büro.


Aber ich will am Anfang beginnen. Letzte Woche Dienstag wachte ich nach wenigen Stunden Schlaf auf. Mein Kopf hatte die ganze Nacht von einer Nebenhöhlenentzündung geschmerzt ohne Ende. Da ich aber heute den Roller abholen sollte blieb mir nichts anderes übrig als mich auf den Weg zu machen. Zusammen mit Ryan, dem Jugendpastor hier, fand ich tatsächlich den Ort und die Maschine. Erste Fahrversuche und dann auf in den Verkehr. Große Freude.
Tatsächlich habe ich es noch am selben Tag geschafft alleine ohne Ortskenntnis nur mit einem schlechten Smartphone den Weg zum Doktor zu finden. Klatschnass vom Schweiß der Angst aber auch mit dem Gefühl etwas geleistet zu haben kam ich dort an. Mittlerweile bin ich die Strecke noch einmal ohne irgendwelche Probleme gefahren und bin auch sonst eine Menge unterwegs. Hilfreich war die erste Woche auf dem Rücksitz eines erfahrenen Fahrers um einen Eindruck vom Verkehr zu bekommen.


Was ich bisher gelernt habe:

  1. Alle fahren falsch. In Deutschland gibt es im Verkehr immer eine Person die Recht hat und eine die einen Fehler macht. Hier weicht das ganze etwas auf. Niemand fährt richtig. Das heisst jeder fährt wie er will und passt dabei auf, dass er niemanden umfährt. Gewöhnungsbedürftig aber effizient.
  2. Ich weiss jetzt, dass auf eine kleine Strasse ein Motorrad, ein Laster und noch ein Motorrad nebeneinander passen...
  3. Ampeln sind hier mehr sowas wie eine Richtlinie. Man kann stoppen wenn rot ist. Scheint die meisten aber eher nicht zu interessieren. 
  4. Rechts abbiegen geht eigentlich immer.
  5. Ein guter Tipp ist es, erstmal ein paar Vietnamesen vorfahren zu lassen und dann hinterher zu fahren.
  6. Go with the flow
  7. Hupen ist nichts negatives. Man braucht sich nicht angegriffen fühlen. Es geht eher darum auf sich aufmerksam zu machen. Mit drei Motorrädern auf einer Spur ist es hilfreich wenn jemand der vorbeizieht erstmal hupt.
  8. Es gibt nichts zwischen harten Rasern und sehr langsam fahrenden Menschen.
  9. Hier gibt es definitiv zu viele SUV's für den Verkehr
Die Liste bleibt zu ergänzen. Ich fühle mich auf jeden Fall ziemlich sicher und wohl in diesem Wirrwarr. Ich versuche einfach Gefahren aus dem Weg zu gehen und nicht zu schnell zu fahren.

Bis demnächst,
Mattes


PS: Die Videos sind auf dem Rücksitz eines Rollers entstanden. NICHT während ich gefahren bin.

1 Kommentar:

  1. :D ich war grad in Albanien und dort ist der Verkehr genauso chaotisch. Balanciertes Chaos, wo keiner die Regeln befolgt und doch irgendwie alles funktioniert.
    Grüße und dir ne gute woche!

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